Paul Sabatier

Paul Sabatier wurde in Carcassonne am Nov. 5, 1854. Nach seinem Abschluss an der École Normale Supérieure im Jahr 1874 und lehrte ein Jahr in der lycée in Nîmes, wurde er Laborant an der Colle‧gede Frankreich im Jahr 1878. Zwei Jahre später promovierte er mit einer Arbeit über die Thermochemie von Schwefel und den Metallsulfiden. Nachdem er ein Jahr lang als Maître de Conference in Physik an der Fakultät für Naturwissenschaften in Bordeaux tätig war, übernahm er den Kurs in Physik an der Fakultät für Naturwissenschaften in Toulouse, der Schule, an der er für den Rest seines Lebens blieb. Er wurde 1884 Professor für Chemie und entwickelte sich zu einem der brillantesten Vertreter der französischen Chemieschule.

Nach Abschluss seiner Diplomarbeit widmete sich Sabatier einer Vielzahl anorganischer und physikalischer Probleme im Zusammenhang mit der Thermochemie von Sulfiden, Chloriden und Chromaten. Eine detaillierte Untersuchung der Umwandlungsrate von Metaphosphorsäure, Studien zu Absorptionsspektren und Messungen der Verteilungskoeffizienten einer Base zwischen zwei Säuren wurden in den ersten 2 Jahrzehnten seiner Arbeit aufgenommen.

Sabatiers Bemühungen auf dem Gebiet der organischen Chemie begannen um 1897 und führten zur Formulierung einer Theorie der katalytischen Hydrierung über feinteilige Metalle wie Nickel, Kupfer, Kobalt, Eisen und Platin. Mit Hilfe seiner Kollegen führte er nicht nur eine große Anzahl experimenteller Studien zur katalytischen Hydrierung durch, sondern schlug auch eine Theorie der Katalyse vor, die immer noch nützlich und fundiert ist. Er schlug vor, dass sich Reaktanten über Katalysatoren miteinander verbinden, indem sie instabile Komplexe oder Verbindungen mit der Katalysatoroberfläche bilden. Für diese Hypothese und für seine zahlreichen experimentellen katalytischen Studien werden Wissenschaft und Industrie auf ewig dankbar sein.

Der Chemiker erhielt viele Auszeichnungen. Er wurde zum Mitglied der Französischen Akademie der Wissenschaften, zum Kommandeur der Légion d’Honneur und zum Ehrenmitglied der Royal Society of London, der Academy of Madrid und der Royal Netherlands Academy of Sciences gewählt. Er wurde auch mit vielen Preisen und Medaillen ausgezeichnet, und “für seine Methode der Hydrierung organischer Verbindungen in Gegenwart von feinteiligem Nickel” erhielt er 1912 den Nobelpreis für Chemie.

Sabatier wird als reserviert und distanziert beschrieben. Er liebte Kunst und Gartenarbeit. Aus seiner Ehe mit Mademoiselle Herail gingen vier Töchter hervor, von denen eine den italienischen Chemiker Emile Pomilio heiratete. Sabatier starb am Aug. 14, 1941.

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