Eine Zeit, als Nazis planten, Großbritannien zu bombardieren – mit Geld!

Geld fällt nicht vom Himmel – oder doch?

Jul 26, 2020 · 5 min lesen

Adolf Burger, ein Überlebender der Nazi-Fälschungsoperation, hält gefälschte Banknote für britisches Pfund (Bild: washingtonpost.kom)

1939 während des Treffens der Reichsbank (Deutsche Zentralbank) Arthur Nebe (Chef der SS-Kriminalpolizei) gab eine Idee, gefälschte Banknoten über Großbritannien fallen zu lassen, um eine Hyperinflation zu verursachen.

Nazis fälschten Banknoten für das britische Pfund und warfen sie aus Flugzeugen in ganz Großbritannien. Das Geld würde buchstäblich auf das britische Volk regnen. Spätere Nazis planten, US-Dollarnoten zu fälschen und auch die US-Wirtschaft zu schwächen.

SS-Chef Heinrich Himmler selbst billigte den Plan und Alfred Naujocks wurde beauftragt, die Fälschung deutscher Banknoten zu organisieren. Die Operation erhielt den Codenamen Operation Andreas. Im März 1941 schickte Naujocks Fälschungen an Schweizer Banken, um zu sehen, ob sie als echt gelten konnten. Banknoten bestanden Inspektion.

Die Schweizer Bank schickte sogar Banknoten an die Bank of England. Experten der Bank of England bestätigten Banknoten als echt.

Naujocks geriet jedoch bei seinen Vorgesetzten in Ungnade und bombardierte damit auch England mit Falschgeld.

Bernhard Krüger als SS-Offizier (links) und Häftling(rechts). Bild: Lawrence Malkin

1942 übernahm Friederich Bernhard Krüger die Mission zum gefälschten britischen Pfund. Die Operation erhielt den Codenamen Operation Bernhard.

Der ursprüngliche Plan, Großbritannien mit gefälschtem Geld zu bombardieren, wurde durch ein Ziel ersetzt, Nazi-Geheimdienstoperationen zu finanzieren.

Bernhard Krüger hat die Organisation des Projekts ernst genommen und akribisch vorbereitet. Sein erster Schritt war es, Gefangene in Konzentrationslagern mit dem Wissen über Gravur und Druck zu finden. grafik und Banking.

Gefangene, die Experten für Fälschungen waren (oder sich als solche ausgaben), wurden in das Lager Sachsenhausen bei Berlin gebracht. Am Ende stellte er das Team von 142 jüdischen Gefangenen zusammen.

Sie müssten £ 5, £ 10, £ 20 und £ 50 Banknoten fälschen.

Eine Fünf-Pfund-Banknote(Bild: Wikimedia Commons)

Eines der Hauptprobleme war die Qualität des zu verwendenden Papiers. Das von der Bank of England verwendete Papier hatte ein einzigartiges Gefühl. Nazis gingen zur Papierfabrik Hahnemühle, um Experimente durchzuführen und ein Papier herzustellen, das für das britische Pfund benötigt wurde. Papier wurde aus schmutzigen Lumpen gemacht!

Nazis fotografierten authentische Banknoten und vergrößerten sie. Sie entdeckten mehr als 150 Sicherheitsmarken auf authentischen Banknoten. Sie erkannten, dass ‘Fehler’ auf Banknoten tatsächlich absichtlich als Teil des britischen Sicherheitskontrollsystems vorhanden waren.

Sobald Banknoten gedruckt wurden, mussten sie gealtert werden. Ein Team von ‘Agers’, bestehend aus 50 Gefangenen, rieb und faltete Notizen mit schmutzigen Händen, um Schmutz, Schweiß und allgemeine Abnutzung auf den Notizen anzusammeln.

Das einzige, was die Deutschen nicht brechen konnten, war das Nummerierungssystem, daher mussten sie die Nummern auf Banknoten wiederholen.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 produzierten die Nazis 8.965.080 Banknoten mit einem Gesamtwert von £ 134.610.810. Dieser Betrag entsprach 15 % aller britischen Banknoten im Umlauf. Inflationsbereinigt würde der heutige Wert der Banknoten sieben Milliarden britische Pfund betragen.

Operation Bernhard war die größte Fälschungsoperation in der Geschichte. Wenn es funktioniert hätte, wäre es ein schwerer Schlag für die Wirtschaft Großbritanniens gewesen.

Zum Glück für die Alliierten haben die Nazis England nie mit Geld bombardiert. Sie verwendeten jedoch Falschgeld, um Spione wie Elyesa Bazna zu finanzieren, Gold, Schmuck und Vorräte zu kaufen. Sie tauschten auch gefälschte Pfund gegen echte Schweizer Franken oder US-Dollar ein.

Nazis benutzten Falschgeld, um Benito Mussolini zu retten

Benito Mussolini, Führer des faschistischen Regimes in Italien (Bild: Wikimedia Commons)

1943 wurde Benito Mussolini, Führer des faschistischen Regimes in Italien und Verbündeter Hitlers, gestürzt und an einem abgelegenen Ort in den italienischen Bergen inhaftiert.

Hitler befahl die sofortige Rettung Mussolinis, die größte Herausforderung bestand jedoch darin, herauszufinden, wo Mussolini inhaftiert war. Nazis bestochen italienischen Diplomaten mit 100. 000 britische Pfund, um Informationen über Mussolinis Aufenthaltsort zu erhalten. Alle diese Notizen waren gefälscht.

Als die Nazis erfuhren, dass Mussolini auf dem Gran Sasso, einem abgelegenen und verteidigbaren Plateau im Apennin, inhaftiert war, führten sie eine der kühnsten Kommandoeinsätze des Zweiten Weltkriegs durch. Sie retteten Mussolini erfolgreich und setzten ihn als italienischen Führer wieder ein. Dank Falschgeld.

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